Die horizontale Spritzgießmaschine ist die gebräuchlichste und am weitesten verbreitete Konfiguration in der Industrie und zeichnet sich durch eine Einspritz- und eine Klemmeinheit aus, die auf einer horizontalen Achse ausgerichtet sind. Bei dieser Bauform öffnet und schließt sich die Form horizontal, und das Material wird von einer Seite entlang der Trennfläche der Form eingespritzt. Diese Ausrichtung bietet mehrere inhärente Vorteile, darunter eine einfache Automatisierung und Integration mit robotergestützten Entnahmesystemen, die einfach in den Formbereich hineinreichen können, um fertige Teile aufzunehmen und auf Förderbänder abzulegen. Die Schwerkraft unterstützt zudem die Bauteilentnahme und das Abfallen des Angusssystems. Die Bauweise ermöglicht typischerweise einen geringeren Platzbedarf im Vergleich zu einer vertikalen Maschine gleicher Schließkraft. Horizontale Maschinen sind äußerst vielseitig und die Standardwahl für die überwiegende Mehrheit der spritzgegossenen Bauteile – von winzigen elektronischen Komponenten bis hin zu großen Automobilteilen. Sie sind in allen Antriebstechnologien erhältlich: hydraulisch, hybrid und voll-elektrisch. Standardmodelle sind für gespritzte oder Heißkanalformen ausgelegt, können aber auch für das Einlegeteilen angepasst werden, wofür jedoch möglicherweise komplexere Automatisierung erforderlich ist. Die Hauptbeschränkung einer horizontalen Maschine liegt in der Handhabung schwerer Einlegeteile, da diese in der vertikalen Formhälfte schwer gegen die Schwerkraft zu positionieren und zu sichern sind. Für die Serienfertigung standardmäßiger Bauteile ohne Einlegeteile bleibt die horizontale Spritzgießmaschine die effizienteste, kostengünstigste und am häufigsten verwendete Lösung in der globalen Fertigungsindustrie.